Ein Marktvergleich ist nur so glaubwürdig wie seine Methodik. Bevor wir mit dem Compliance Software Report DACH 2026 sieben Anbieter verglichen haben, haben wir festgelegt, wonach wir überhaupt suchen, welche Anbieter wir bewusst ausschließen, und warum wir kein Punktescoring verwenden, das eine Genauigkeit vorgaukelt, die die Datenlage nicht hergibt.

Dieser Artikel legt die Methodik offen, nicht nur als Anhang, sondern als eigenständigen Beitrag, damit jeder nachvollziehen kann, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind.

Fünf Kriterien statt eines Punktwerts

Der Report bewertet jeden Anbieter anhand von fünf Kriterien: Funktionsumfang, Preistransparenz, Zielgruppenpassung, Architektur und, soweit öffentlich ersichtlich, wirtschaftliche Stabilität. Jedes Kriterium wird qualitativ eingeordnet, nicht in eine Zahl gepresst.

Warum kein Scoring

Ein quantitatives Punktescoring würde eine Objektivität suggerieren, die bei überwiegend herstellerseitig kommunizierten, nicht unabhängig auditierbaren Angaben nicht eingelöst werden kann. Die Gewichtung der Kriterien ist zudem je nach Leserprofil unterschiedlich: Für ein Startup ohne Compliance-Erfahrung zählt Betreuungsintensität stärker, für ein Unternehmen mit eigenem technischen Team eher Offenheit und Preistransparenz.

Woher die Daten stammen

Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen: Herstellerwebsites, Fachpresse, unabhängige Vergleichsportale und, soweit verfügbar, Jahresabschlüsse im Bundesanzeiger. Es wurden keine Demo-Zugänge, Testkonten oder Vertriebsgespräche genutzt und keine Interviews mit Anbietern geführt. Diese bewusste Distanz zu den Anbietern ist Teil der Methodik, nicht ein Zufallsprodukt fehlender Kontakte.

Was bewusst ausgeschlossen wurde

Der Report konzentriert sich auf Anbieter, die sich an kleine und mittlere Unternehmen im DACH-Raum richten. Enterprise-GRC-Plattformen wie ServiceNow GRC, MetricStream, SAP GRC oder Archer wurden bewusst ausgeschlossen: Ihre Preisspannen von 50.000 bis über 500.000 US-Dollar pro Jahr und Implementierungszeiträume von mehreren Monaten richten sich an Organisationen mit dediziertem GRC-Team, nicht an den typischen KMU-Adressaten dieses Reports.

Ebenfalls nicht aufgenommen wurden etablierte deutsche ISMS-Tools wie verinice oder HiScout, da sie primär die ISMS-Ebene nach ISO 27001 statt der im Fokus stehenden NIS-2-/DORA-Compliance-Automatisierung adressieren. Für dieses Themenfeld ist ein eigener ISMS-Software-Report vorgesehen.

Compliance Software Report DACH 2026

Der vollständige Report mit allen sieben Anbieterprofilen

33 Seiten, Entscheidungsmatrix, Feature-Vergleich und drei Bonus-Downloads.

Zum Report →

Der Interessenkonflikt, den wir offenlegen

Der Autor betreibt mit BAM Core selbst ein offenes Compliance-Datenmodell, das im Report als einer von sieben Ansätzen vorkommt. Dieser Interessenkonflikt wird im entsprechenden Abschnitt des Reports ausdrücklich benannt, statt verschwiegen zu werden. Wer eine von diesem Konflikt unabhängige Einschätzung zu BAM Core sucht, sollte zusätzliche Quellen heranziehen. Kein Anbieter, auch nicht BAM Core, hat für seine Aufnahme oder Bewertung bezahlt.

Grenzen der Methodik

Granulare technische Einzelmerkmale wie Single-Sign-on-Unterstützung oder die Tiefe einzelner Workflow-Engines werden im Report bewusst nicht vergleichend bewertet, weil sie über die untersuchten Anbieter hinweg nicht einheitlich und verifizierbar öffentlich dokumentiert sind. Diese fehlende Markttransparenz ist selbst ein relevanter Befund, den der Report benennt, statt ihn mit Vermutungen zu füllen.

Unsere Empfehlung

Bevor Sie einen Marktreport, auch diesen, für eine Kaufentscheidung heranziehen, lohnt sich ein Blick auf dessen Methodik-Kapitel: Wer hat bezahlt, welche Anbieter fehlen und warum, und wie wurde bewertet. Ein Report ohne offengelegte Methodik ist eine Meinung mit Tabellenformatierung.